Archiv der Kategorie: Chronik

Lehrpraxis: Der Kreis schließt sich!

Wir haben wieder einen Famulanten. Aber diesmal ist es ein ganz besonderer Fall. Florian Stifter lernt nun bei uns 4 Wochen lang Allgemeinmedizin kennen bei einem Universitäts-Lehrer, der nun schon vor 36 Jahren einen Sommer lang bei seinen Großeltern, Dr. Julius Stifter und Dr. Helga Stifter in Söchau in der Oststeiermark dieses wunderschöne Fach erleben und bio-psycho-sozial erlernen durfte.

So schließt sich ein Kreis und ich hoffe, ich kann auf diese Weise vieles zurückgeben, was bis heute meine Sicht von Patientenbetreuung und holistischer Medizin entscheidend geprägt hat. Unzählig sind die beeindruckenden Erfahrungen von damals, die vielleicht auch Entscheidungsträger von heute wissen sollten. So war damals eine Spitalseinweisung aus sozialer Indikation am Einweisungsschein anzukreuzen. Beim Wochenenddienst sind wir im ganzen Bezirk herumgefahren und Helga hat in der Ordination die Stellung gehalten, um die Kleinigkeiten zu versorgen.

Das Schnittstellenmanagement mit dem lokalen Spital in Fürstenfeld war kein Problem, denn man kannte sich und schätzte sich. Und so manches „alte“ Medikament war wirkungs- und nebenwirkungssicherer als die neuesten Blockbuster, die von deutschen Professoren in österreichischen Landen gepuscht worden sind und bei deren Einsatz ich als junger Turnusarzt mit modernstem Universitätswissen mir in der Landpraxis ungestüm eine blutige Nase holte. Auch das ist Lehrpraxis.

WONCA-Kongress: Zukunft ohne Österreicher?

Der Europäische WONCA-Kongress 2018 in Krakau:

Es war wieder wunderbar. Bei den Kongressen der WONCA, der Weltvereinigung der Hausärzte, erfährt man in Seminaren und Vorträgen jedesmal, dass wir in meiner Praxis den internationalen Standards und Selbstverständlichkeiten gemäß arbeiten und, wie empfohlen, versuchen, unsere Patienten ganzheitlich im bio-psycho-sozialen Kontext zu versorgen.

Doch das leider alles ohne klare Netzwerke, Finanzierung und fachlicher Anerkennung, wie es in den anderen Ländern selbstverständlich ist. Ärztekammer, Sozialversicherung und auch einige Professoren-Kolleg/innen der anderen Fächer im eigenen Land wissen davon anscheinend nichts genaues. Und so  weht einem sofort, kommt man von so wo zurück nach Österreich, wieder der Wind der Depression und Demotivation entgegen, der in dem häufigen Satz immer wieder geäußert wird: „Warum tust Du Dir das überhaupt an“…

Vielleicht ist diese Scheuklappenmentalität auch selbsterklärend, bei Betrachtung der Teilnahmestatistik, heuer in Krakau: Über 200 Spanier/innen, über 200 Kolleg/innen aus Holland, doch sage und schreibe nur 7 Teilnehmer/innen aus Österreich… und davon 4 Wendlers zwischen 8 Monaten und 61 Jahren.

Special Olympics Nachbetrachtung

Wer nicht dabei war, dem kann man es schwer erzählen – die tolle Grundstimmung vor Ort. Wer dabei war, dem braucht man es nicht erzählen, denn der hat es im Herzen!

Die Special Olympics Wintergames in Graz und Schladming waren ein Fest der positiven Emotionen. Wer glaubt, die Bildmedien hätten nur die allerbesten Szenen zusammengefaßt, täuscht sich: Die wunderbare Stimmung unter Athlet/innen, Betreuenden, Helfer/innen und Fans bestand von früh bis spät. Und täglich konnte man Neues lernen.