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TIPPS: Mulltupfer entfernen

Jeder kennt das Problem, dass es oft schwierig ist, einen Mulltupfer von einer Wunde zu entfernen, wenn es nachgeblutet hat und die Fibrinkruste durch den ganzen Tupfer reicht. Vielfach wird dann empfohlen, mit NaCl oder Betaisodona den ganzen Tupfer und die Wunde aufzweichen, was meist aufwändig ist und den Verbandswechsel zu einer nassen Sache macht.

Da normale Mulltupfer bis zu 16 Lagen Gewebe haben, haben wir eine Methode eingeführt, die sich die Physik zunutze macht: man braucht sich nur die Zeit zu nehmen, den Tupfer Lage für Lage abzuziehen.

Damit wird die Kruste in 16 Schichten aufgespalten und die letzten 2-3 Lagen lösen sich von selbst ab. Vorteil ist eine meist trockene Wunde, die auch nicht sofort wieder blutet!

WONCA-Kongress: Zukunft ohne Österreicher?

Der Europäische WONCA-Kongress 2018 in Krakau:

Es war wieder wunderbar. Bei den Kongressen der WONCA, der Weltvereinigung der Hausärzte, erfährt man in Seminaren und Vorträgen jedesmal, dass wir in unserer Praxis eigentlich nur den internationalen Standards und Selbstverständlichkeiten gemäß arbeiten und versuchen unsere Patienten ganzheitlich im bio-psycho-sozialen Kontext zu versorgen. Und das alles ohne klare Netzwerke, Finanzierung und fachlicher Anerkennung, wie es in den anderen Ländern selbstverständlich ist. Ärztekammer, Sozialversicherung und auch Professoren-Kollegen der anderen Fächer im eigenen Land wissen davon anscheinend nichts genaues. Kommt man zurück nach Österreich weht einen sofort wieder der Wind der Depression und Demotivation entgegen, der in dem häufigen Satz immer wieder geäußert wird „Warum tust Du Dir das überhaupt an“. Vielleicht ist diese Scheuklappenmentalität auch selbsterklärend, wenn man die Teilnahmestatistik heuer in Krakau ansieht: Über 200 Spanier, über 200 Kollegen aus Holland, doch sage und schreibe 7 Teilnehmer aus Österreich und davon 4 Wendlers zwischen 8 Monaten und 61 Jahren.

JAMÖ Case Café – Bedside Teaching in der Hausarzt-Praxis

Am zweiten Dienstag im Monat gibt es in meiner Ordination um 17 Uhr die Möglichkeit, in einer Kleingruppe Allgemeinmedizin hautnah erfahren zu können. Wir erleben 1-3 Patienten zu einem Thema, erarbeiten uns in der Gruppe ein übergeordnetes Thema und diskutieren und plaudern dann bei Tee, Kaffee und Kuchen.

Manchmal fahren wir auch auf Hausbesuch. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Voranmeldung notwendig. Bei Feiertagen oder Ferien kann sich der Termin um eine Woche verschieben.

Der Junitermin ist jeweils als Bilanz- und Großgruppe gedacht, bei der wir in gemütlicher Atmosphäre und ein wenig Bewegung den einen oder anderen prominenten Gast begrüßen dürfen.

JAM16 – Klein, aber fein!

Turnusarzt-Kongress der JAMÖ mit Tiefgang

Schon wie im Vorjahr ein wirklich hochkarätiges Team von Lehrern und Podiums-Diskutanten. Außerdem ein angenehmer Rahmen in der Med-Uni Graz mit bester Verpflegung und guter Stimmung.

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JAMÖ-Vorstand beim Brötchen-Schmieren für Teilnehmer-Frühstück

Übrigens gehört JAM 16 zu den wenigen Kongressen, die ohne Sponsoring durch Pharma-Firmen auskommen.

Begonnen hat es schon mit einer vielbeachteten Keynote von Prof. Musalek über Resilienz in der Allgemeinmedizin und am Freitag Abend einem gemeinsamen Essen mit Bewohnern und Ehrenamtlichen des Vinzidorfes Graz, einer Heimstätte für Obdachlose.

Forschung in der Allgemeinmedizin war ein Schwerpunkt am Samstag und am Nachmittag eine Podiumsdiskussion zur Frage der JAM16 – Klein, aber fein! weiterlesen

Interview KLEINE ZEITUNG 28.11.2015

Im Rahmen des diesjährigen Grazer Kongresses für Allgemeinmedizin wurden wir von der KLEINEN ZEITUNG zu einem Interview zu unserem Fach eingeladen. Hier der gesamte Wortlaut:

„Wir sind Ganzheitsmediziner“

Er ist seit 30 Jahren Hausarzt, sie gerade in der Ausbildung: Vater und Tochter erzählen von neuen Herausforderungen in der Allgemeinmedizin wie Dr. Google, Vertrauensverlust und die Herrschaft der Technik.

Kl.: Frau Wendler, alle sprechen von Landärztesterben, Sie haben sich für die Allgemeinmedizin entschieden. Warum?

MARIA WENDLER: Was mich an der Allgemeinmedizin begeistert, ist das breit gefächerte Arbeiten: Wir haben das ganze Spektrum, vom Kind bis zum alten Menschen. Außerdem steht in der Hausarzt-Praxis das Betreuen mehr im Mittelpunkt: Man begleitet Patienten über viele Jahre, man bekommt einen Einblick in den Alltag, erfährt Dinge, die einem die Augen öffnen. Das macht viel Spaß.

MICHAEL WENDLER: Ich sage immer, wir sind Ganzheitsmediziner: Es braucht natürlich das medizinische Wissen, aber wir kennen auch die Familiengeschichte, die sozialen Umstände von Patienten, was gerade bei alten Menschen wichtig ist.

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