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WONCA-Kongress: Zukunft ohne Österreicher?

Der Europäische WONCA-Kongress 2018 in Krakau:

Es war wieder wunderbar. Bei den Kongressen der WONCA, der Weltvereinigung der Hausärzte, erfährt man in Seminaren und Vorträgen jedesmal, dass wir in unserer Praxis eigentlich nur den internationalen Standards und Selbstverständlichkeiten gemäß arbeiten und versuchen unsere Patienten ganzheitlich im bio-psycho-sozialen Kontext zu versorgen. Und das alles ohne klare Netzwerke, Finanzierung und fachlicher Anerkennung, wie es in den anderen Ländern selbstverständlich ist. Ärztekammer, Sozialversicherung und auch Professoren-Kollegen der anderen Fächer im eigenen Land wissen davon anscheinend nichts genaues. Kommt man zurück nach Österreich weht einen sofort wieder der Wind der Depression und Demotivation entgegen, der in dem häufigen Satz immer wieder geäußert wird „Warum tust Du Dir das überhaupt an“. Vielleicht ist diese Scheuklappenmentalität auch selbsterklärend, wenn man die Teilnahmestatistik heuer in Krakau ansieht: Über 200 Spanier, über 200 Kollegen aus Holland, doch sage und schreibe 7 Teilnehmer aus Österreich und davon 4 Wendlers zwischen 8 Monaten und 61 Jahren.

Starker Tobak eines starken Präsidenten!

Stellungnahme von Dr. Christoph Dachs, Präsidenten der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (ÖGAM) im Jahreskalender 2016 der Ärztekrone:

Im Moment bläst der Allgemeinmedizin ein kräftiger Wind entgegen. Man hat den Eindruck, dass auf vielen Ebenen die Stärkung der Allgemeinmedizin durch Ignoranz und Partialinteressen bewusst behindert oder boykottiert wird, obwohl sich die Situation dramatisch zuspitzt. Es gibt in Österreich mittlerweile viele allgemeinmedizinische Kassenstellen, die nicht mehr besetzbar sind. Wenn nicht Fachärzte nach vielen Jahren Facharzttätigkeit in die hausärztliche Versorgung wechseln würden, könnte das derzeitige System schon am Ende sein. Starker Tobak eines starken Präsidenten! weiterlesen

OEGAM: Positionspapier hausärztliche und familienmedizin. Grundversorgung

Folgende Punkte sind auf der Homepage der Österr. Gesellschaft für Allgemeinmedizin (http://www.oegam.at.) zu lesen.

1.       Die Stärkung der hausärztlichen, allgemeinmedizinischen Versorgung ist angesichts der zunehmenden Spezialisierung und Fragmentierung der Gesundheitsversorgung wichtiger denn je. Gerade wegen der immer differenzierteren und spezialisierteren Behandlungsoptionen und der Zunahme chronisch und mehrfach kranker Menschen ist eine langzeitige und umfassende Betreuung sinnvoll. Diese wird derzeit aber auch in Zukunft im Hausarztbereich zwischen verschiedenen ärztlichen Disziplinen bzw. nichtärztlichen Professionen begleitet und koordiniert, wird aber vor allem auch selbst geleistet.

 2.       Eine wohnortnahe und niederschwellig erreichbare hausärztliche Versorgung muss auch in Zukunft für die Bevölkerung in allen Regionen Österreichs sowohl im ländlichen als auch im städtischen Bereich gesichert sein. Die Vergabe von Kassen-Verträgen ist entsprechend einem vereinbarten Stellenplan aus Gründen der Versorgungsqualität, der Existenzsicherheit und der Investitionssicherheit neu beginnender Kassenärzte vorzunehmen. Die Parteienstellung der Ärztekammer ist dabei  eine unverzichtbare Grundlage.

3.       Die Domäne Familienmedizin der hausärztlichen Versorgung widmet sich besonders dem Lebensumfeld und dessen Auswirkungen auf die Gesundheit bzw. Resilienz der Patienten. Dieser vorwiegend im psychosozialen Bereich bestehender Arbeitsauftrag ist zusammen mit anderen Gesundheitsberufen zu erfüllen. Dabei kann die Beziehung sowohl zum einzelnen Patienten in seinem Beziehungsgefüge als auch zu seinem Lebensumfeld als Ganzes, als System, verstanden werden.

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