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Lehrpraxis: Der Kreis schließt sich!

Wir haben wieder einen Famulanten. Aber diesmal ist es ein ganz besonderer Fall. Florian Stifter lernt nun bei uns 4 Wochen lang Allgemeinmedizin kennen bei einem Universitäts-Lehrer, der nun schon vor 36 Jahren einen Sommer lang bei seinen Großeltern, Dr. Julius Stifter und Dr. Helga Stifter in Söchau in der Oststeiermark dieses wunderschöne Fach erleben und bio-psycho-sozial erlernen durfte.

So schließt sich ein Kreis und ich hoffe, ich kann auf diese Weise vieles zurückgeben, was bis heute meine Sicht von Patientenbetreuung und holistischer Medizin entscheidend geprägt hat. Unzählig sind die beeindruckenden Erfahrungen von damals, die vielleicht auch Entscheidungsträger von heute wissen sollten. So war damals eine Spitalseinweisung aus sozialer Indikation am Einweisungsschein anzukreuzen. Beim Wochenenddienst sind wir im ganzen Bezirk herumgefahren und Helga hat in der Ordination die Stellung gehalten, um die Kleinigkeiten zu versorgen.

Das Schnittstellenmanagement mit dem lokalen Spital in Fürstenfeld war kein Problem, denn man kannte sich und schätzte sich. Und so manches „alte“ Medikament war wirkungs- und nebenwirkungssicherer als die neuesten Blockbuster, die von deutschen Professoren in österreichischen Landen gepuscht worden sind und bei deren Einsatz ich als junger Turnusarzt mit modernstem Universitätswissen mir in der Landpraxis ungestüm eine blutige Nase holte. Auch das ist Lehrpraxis.

Margot Gaugl (in Ruhestand)

Margot Gaugl in WOHLVERDIENTEM UNRUHEZUSTAND

 

„Unsere“ Margot Gaugl war seit fast 30 Jahren wertvolle Stütze unseres Teams. Ab 1.12.19 ist sie nun in Ruhestand. Als Fels in der Brandung einer Anmeldung in einer Allgemeinpraxis hat sie die ankommenden Ratsuchenden herzlich und fürsorglich aufgenommen und bestens nach Dringlichkeit gereiht. Wer je vorne an der „Front“ gesessen ist, weiß auch, wie schwer das Multitasking zwischen Wartezimmer, Telefon, Labor, Physio und Sprechzimmer ist. Zusätzlich war sie beste Erstbetreuerin in psychischen Nöten vieler PatientInnen mit viel Verständnisse für Nöte des Alltags, weil sie die Lebensumstände in unserem Bezirk bestens gekannt hat. Ihre Unterstützungsarbeit in unserer Praxis war stets gewissenhaft und fehlerfrei! Als „Mutter der Lehrpraxis“ nahm sie unzähligen Jungmedizinern die Scheu vor dem überraschenden Alltag in einer Primärversorgungseinheit. Sie wird sicher im Hintergrund für unser neues Team mit Rat und hoffentlich auch Tat zur Verfügung stehen. Hat sie doch viele im Jahresablauf selten vorkommende unvorstellbare Verrücktheiten von Bürokratie, Kommunikationsschwierigkeiten mit Institutionen und Krankenkassen durch ihre wirklich langjährige Erfahrung oftmals meistern gelernt, eine Kenntnis, die man auch bei bester Vorbereitung neuen Mitarbeitern nur schwer vermitteln kann. Somit wurde mir der Rücken für eine eingehende Betreuung meiner PatientInnen freigehalten – unschätzbar in einer Praxis, die sich dem bio-psycho-sozialen Leitmodell verschrieben hat.

Danke für alles, auch im Namen unserer Ratsuchenden