Alle Beiträge von Dr. Wendler

TIPPS: Mulltupfer entfernen

Jeder kennt das Problem, dass es oft schwierig ist, einen Mulltupfer von einer Wunde zu entfernen, wenn es nachgeblutet hat und die Fibrinkruste durch den ganzen Tupfer reicht. Vielfach wird dann empfohlen, mit NaCl oder Betaisodona den ganzen Tupfer und die Wunde aufzweichen, was meist aufwändig ist und den Verbandswechsel zu einer nassen Sache macht.

Da normale Mulltupfer bis zu 16 Lagen Gewebe haben, haben wir eine Methode eingeführt, die sich die Physik zunutze macht: man braucht sich nur die Zeit zu nehmen, den Tupfer Lage für Lage abzuziehen.

Damit wird die Kruste in 16 Schichten aufgespalten und die letzten 2-3 Lagen lösen sich von selbst ab. Vorteil ist eine meist trockene Wunde, die auch nicht sofort wieder blutet!

Tipps für die Betreuung von KPJ-Studierende für deren Fallberichte

Im Pflichtpraktikum Allgemeinmedizin der Med-Uni-Graz im 6. Studienjahr haben die Studierenden 2 Fallberichte zu schreiben und diese im Abschlußseminar zu präsentieren. Es soll über ein akutes Geschehen berichtet werden und über einen Patienten mit einer chronischen Krankheit oder längerem Betreuungsaufwand (zB. Auch Substanzabhängigkeit, Palliativmedizin etc.)  Da der Zugang zum Patienten durch unsere holistische bio-psycho-soziale Arbeitsweise ein gänlich anderer ist als in den anderen klinischen Fächern des KPJ hier einige Hinweise, wie diese Fallberichte gestaltet werden sollten. Wesentlich ist auch die hermeneutische Betrachtungsweise in den Fallgeschichten, ein Zugang, den die jungen Kolleginnen fast überhaupt nicht kennen und das am Schluß des Studiums! (Hermeneutik: Betrachtung des krankheitsgeschehens aus der zugrundeliegenden Geschichte und den Umgebungsfaktoren)

IAMEV – Lehrbrief 2 KPJ Fallberichte

WONCA-Kongress: Zukunft ohne Österreicher?

Der Europäische WONCA-Kongress 2018 in Krakau:

Es war wieder wunderbar. Bei den Kongressen der WONCA, der Weltvereinigung der Hausärzte, erfährt man in Seminaren und Vorträgen jedesmal, dass wir in unserer Praxis eigentlich nur den internationalen Standards und Selbstverständlichkeiten gemäß arbeiten und versuchen unsere Patienten ganzheitlich im bio-psycho-sozialen Kontext zu versorgen. Und das alles ohne klare Netzwerke, Finanzierung und fachlicher Anerkennung, wie es in den anderen Ländern selbstverständlich ist. Ärztekammer, Sozialversicherung und auch Professoren-Kollegen der anderen Fächer im eigenen Land wissen davon anscheinend nichts genaues. Kommt man zurück nach Österreich weht einen sofort wieder der Wind der Depression und Demotivation entgegen, der in dem häufigen Satz immer wieder geäußert wird „Warum tust Du Dir das überhaupt an“. Vielleicht ist diese Scheuklappenmentalität auch selbsterklärend, wenn man die Teilnahmestatistik heuer in Krakau ansieht: Über 200 Spanier, über 200 Kollegen aus Holland, doch sage und schreibe 7 Teilnehmer aus Österreich und davon 4 Wendlers zwischen 8 Monaten und 61 Jahren.