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Coronatag 100: (m)ein Kommentar

Kehrt die Dummheit zurück ?

 

Vor 2 Wochen erlebten wir den Tag 100 der Coronakrise in unserer Ordination. Viele Abläufe wurden vor über 3 Monaten auf den Kopf gestellt, aber wir waren die ganze Zeit für unsere Patienten erreichbar. Seit 14 Tagen steigt die Zahl der Patienten, die mit seit 3 Monaten verschleppten Beschwerden oder Banalitäten – für die sie 3 Monate sicher keinen Arzt gebraucht haben- in die Ordination kommen. Auffällig ist auch die exponentielle Zunahme der Arztbriefe aus den Spitälern. Die letzte Woche – bevor ich meine Mitarbeiterinnen, die mit mir motiviert durchgehalten und in der Hochphase auf Ihren Urlaub verzichtet hatten, endlich in die Freizeit entließ – war jedoch auffällig heftig garniert mit vermehrten de-ja-vu-Erlebnissen, die die Hoffnung nach der Krise auf Besserung unserer Systemverhältnisse rasch verfliegen ließen…

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Tipps für die Betreuung von KPJ-Studierende für deren Fallberichte

Im Pflichtpraktikum Allgemeinmedizin der Med-Uni-Graz im 6. Studienjahr haben die Studierenden 2 Fallberichte zu schreiben und diese im Abschlußseminar zu präsentieren. Es soll über ein akutes Geschehen berichtet werden und über einen konkreten Patienten mit einer chronischen Krankheit oder längerem Betreuungsaufwand (z.B. auch Substanzabhängigkeit, Palliativmedizin etc.).  Da der Zugang zu Patient/innen durch unsere holistische bio-psycho-soziale Arbeitsweise ein gänzlich anderer ist als in den anderen klinischen Fächern des KPJ, an dieser Stelle einige Hinweise, wie diese Fallberichte gestaltet werden sollten. Wesentlich ist auch die hermeneutische Betrachtungsweise in den Fallgeschichten, ein Zugang, den die jungen Kolleg/innen fast überhaupt nicht kennen und das am Schluß des Studiums! (Hermeneutik: Betrachtung des Krankheitsgeschehens aus der zugrundeliegenden Geschichte und den Umgebungsfaktoren.)

IAMEV – Lehrbrief 2 KPJ Fallberichte

WONCA-Kongress: Zukunft ohne Österreicher?

Der Europäische WONCA-Kongress 2018 in Krakau:

Es war wieder wunderbar. Bei den Kongressen der WONCA, der Weltvereinigung der Hausärzte, erfährt man in Seminaren und Vorträgen jedesmal, dass wir in meiner Praxis den internationalen Standards und Selbstverständlichkeiten gemäß arbeiten und, wie empfohlen, versuchen, unsere Patienten ganzheitlich im bio-psycho-sozialen Kontext zu versorgen.

Doch das leider alles ohne klare Netzwerke, Finanzierung und fachlicher Anerkennung, wie es in den anderen Ländern selbstverständlich ist. Ärztekammer, Sozialversicherung und auch einige Professoren-Kolleg/innen der anderen Fächer im eigenen Land wissen davon anscheinend nichts genaues. Und so  weht einem sofort, kommt man von so wo zurück nach Österreich, wieder der Wind der Depression und Demotivation entgegen, der in dem häufigen Satz immer wieder geäußert wird: „Warum tust Du Dir das überhaupt an“…

Vielleicht ist diese Scheuklappenmentalität auch selbsterklärend, bei Betrachtung der Teilnahmestatistik, heuer in Krakau: Über 200 Spanier/innen, über 200 Kolleg/innen aus Holland, doch sage und schreibe nur 7 Teilnehmer/innen aus Österreich… und davon 4 Wendlers zwischen 8 Monaten und 61 Jahren.

Wie integriere ich Studierende in (m)eine Praxis

Eine Kurzanleitung, die auch für angehende Lehrpraxisleiter für die Ärzte am Ende ihrer Spitals-Ausbildung nützlich sein könnte!!

Schritt für Schritt können Studierende neben der laufenden Praxisarbeit zunehmend in die Verantwortung und in die allgemeinmedizinische Alltagrbeit einbezogen werden. Am Ende des Projektes steht die Betreuung von Patient/innen von der Anamnese bis zum Therapievorschlag. Natürlich mit der selbstverständlichen Rückmeldepflicht. Interessiert? Schauen Sie sich das an:

IAMEV – Lehrbrief 1 KPJ Integration Student in 4 Wochen